Anlage Turmbahnhof Sömmerda

Trailer:

Wenn mindestens zwei Eisenbahnstrecken in unterschiedlichen Höhen übereinanderliegen, sich kreuzen und dabei einen Übergangspunkt bilden, dann spricht man gewöhnlich von einem Turmbahnhof.

Das in dieser Simulation nachgebildete Ensemble findet man ca. 25 km nördlich von Erfurt im sogenannten Thüringer Becken.

In der Kreisstadt Sömmerda kreuzen sich hier die Hauptbahn Erfurt-Sangerhausen, sowie die liebevoll benannte "Pfefferminzbahn" Großheringen-Straußfurt.

Sömmerda ist ein Mittelzentrum und war Standort der Elektroindustrie, deren Vorläufer die mechanischen Fabriken von Johann Nicolaus von Dreyse waren. Zu DDR Zeiten war Sömmerda vor allem durch sein Büromaschinenwerk und das Elektrotechnik-Kombinat Robotron bekannt.

Lassen Sie sich nun einfach mitnehmen in die 70er bis 80er Jahre des letzten Jahrhunderts in den Osten des damals geteilten Deutschlands. Die Eisenbahn war hier zu dieser Zeit Hauptverkehrsträger und weil der Bahnhof Sömmerda als eine Art „Vorbahnhof“ von Erfurt agierte, quoll er an manchen Tagen mit Zügen auf den wenigen Gleisen förmlich über.


Gleisplan Sömmerda
(mit freundlicher Genehmigung Herrn Georg Sattler)

Die Umsetzung in die virtuelle Welt:

Der Gleisplan schien für eine EEP-Umsetzung zunächst gut geeignet. Nicht zu umfangreich aber auch nicht zu trist. Allerdings war das dann auch schon alles, was FÜR eine Umsetzung sprach.

Das ach so wichtige Empfangsgebäude der Hauptbahn Erfurt-Sangerhausen ist seit den neunziger Jahren bis auf ein Nebengebäude praktisch nicht mehr vorhanden, dazu gab es dann aus allen möglichen literarischen Quellen nur klägliche Anhaltspunkte. Gerade dieses Gebäude schien aber sehr speziell, da ein Höhenunterschied vom Eingang bis zum oberen Bahnsteig über ca. 3,50 m verlief, welcher offenbar im Gebäude selbst per Treppenstufen überwunden werden musste.

Das war erstmal der Punkt, wo man meinen sollte, ein solches Projekt lieber nicht anzupacken.

Hinzu kam noch ein weiterer Minuspunkt: Sömmerda liegt inmitten des sogenannten Thüringer Beckens. Man möchte meinen auf einer "Platte". Nichts aber auch gar nichts faszinierte mich an der landschaftlichen Umgebung. Weite Ebenen, endlose Felder, kein Berg, kein Tal. Lieber Himmel, was will man da noch "schön" gestalten?

Der Ort selbst zeigt eine ebensolche Tristesse. Mir fällt nichts ein, was einen da unbedingt mal hinziehen sollte?
Etwas Bekanntheit konnte Sömmerda lediglich durch das Robotron-Kombinat und die Büromaschinenwerke zu DDR-Zeiten erlangt haben.

Dennoch, der Eisenbahnbetrieb über die 2 Ebenen mit seiner Verbindungsmöglichkeit sollte für virtuelle Eisenbahnfreunde ein interessanter Aspekt für eine Umsetzung in die 3D Welt sein.
Somit ging das Projekt im November 2020 an den Start.

>>>Alle Screenshots können per Klick vergrößert werden

Der Hauptproblempunkt "nicht mehr vorhandenes Empfangsgebäude" konnte nur in Teamarbeit mit einem findigen Konstrukteur gelöst werden, welcher mindestens genauso viel Eisenbahn-Enthusiasmus zeigt, wie der Anlagenbauer selbst. Ralph Görbing (RG2) bewies hiermit wieder einmal seine Klasse als Allroundtalent auf einem solchen Gebiet.

Oberer Bahnhof der Strecke Erfurt-Sangerhausen. Der gesamte vordere Teil des Empfangsgebäudes sowie die schöne Holzkonstruktion des Bahnsteigdaches auf dem Mittelbahnsteig wurden in den neunziger Jahren im Zuge der Streckenmodernisierung und Elektrifizierung abegerissen. Zurück blieb lediglich das rot geklinkerte Wohngebäude.

Eine "Öler 44er" mit schweren Güterzug auf dem Weg von Erfurt nach Sangerhausen.
Der obere Bahnhof war eine Art Vorortbahnhof für den Erfurter Güterbahnhof, was zur Folge hatte, dass Güterzüge in Sömmerda ständig auf "Abruf" standen. Deshalb gehörte es bis 1990 zum gewohnten Bild, dass die wenigen Gleise stets von Güterzügen besetzt waren.


Das Empfangsgebäude des unteren Bahnhofes ist heute noch in seiner ursprünglichen Form erhalten. Hier hat auch noch ein Fahrdienstleiter Dienst. Das Modell konstruierte Roland Ettig (RE1).

Strasse zur Plattenbausiedlung mit Fernwärmerohren von RG2. Durch die Robotron und Büromaschinenwerke siedelten sich wohl in den 1970er bis 1980er Jahre viele fleißige Werktätige in Sömmerda an.


Weitere exklusive Modelle für diese Anlage kommen von Michael Wünsch (MW1). Hier die 118 348 mit rot/beiger Lackierung.


Und auch eine typische DR- Rangierlok darf in Sömmerda nicht fehlen. Hier die ehemalige Naumburger 106 244.

Etwas Nebenbahnromantik auf der Pfefferminzbahn. Ein Personenzug hat soeben Sömmerda in Richtung Straußfurt verlassen

Wir hoffen, Ihnen mit dieser Anlage wieder viel Freude und viele Stunden Schau- und Spielspaß anbieten zu können.
Weitere Informationen können Sie der Anlagendokumentation entnehmen.

Interessante Web-Links zum Thema:
Eine Bahnfahrt durch Nordthüringen

Rbd Erfurt Straußfurt-Sömmerda-Großheringen

 

Mitwirkende:

Bei Folgenden Personen möchte ich mich für die Mitarbeit an diesem Projekt , sowie für
Modellbeigaben ganz herzlich bedanken:


Exklusive Modellkonstruktionen:

Ralph Görbing, Roland Ettig, Michael Wünsch, Jörg Swoboda, Uwe Fischer, Günther Kohl

Bereitstellung zusätzlicher Modelle:

Ralph Görbing, Roland Ettig, Stefan Köhler Sauerstein, Uwe Becker, Andreas Hempel, Ulrich Günther,
Dr. Hans Jörg Windberg, Jürgen Engelmann, Willi Ahlhelm, Ulf Freudenreich, Stefan Gothe,
Hans Christian Schulz, Edgar Bott †, Hans Brand †,
 
Bereitstellung von Freemodellen:
Ralph Görbing, Roland Ettig, Stefan Köhler Sauerstein, Stefan Böttner, Frank Schäfer, Sascha Böhnke,
Andreas Hempel, Klaus Keuer, Achim Fricke, Jörg Swoboda, Willi Ahlhelm, Noel Van Rompay, Steffen
Mauder, Ralph Smektalla, Lutz Dittrich, Dirk Kanus, Holger Gutsch, Uwe Fischer, Klaus Keuer, Sven Bauer, Edgar Bott †, Peter Ahne †

Tests, Hilfe und Beratungen:
Jobst Petig, Götz Meyer, Roland Ettig, Ralph Görbing, Tom Schulz

Lua- Scripte:
Götz Meyer

 

Viel Spaß beim Betrieb der Anlage und vielleicht einige Anregungen beim Aufbau eigener Anlagen wünscht Ihnen… Andreas Großkopf

 

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